August 

 1tes August-Wochenende: Cirencester in England 

Unser DKW vor der Royal Agricultural University in Cirencester

Dieses Jahr fand das 46. Internationale AUVC-Treffen in England statt, in einer Landschaft, die den Teilnehmern als so "englisch" angepriesen worden ist, wie sie kaum "englischer" sein kann: in den Cotswolds. Genauer: in Cirencester.

 

Um es vorweg zu nehmen: Fredrik, Malcolm und Paul vom englischen DKW-Owners-Club haben nicht zu viel versprochen: Cirencester war - im wahrsten Sinne des Wortes - phantastisch!

Der DKW vor der Verladung auf die Fähre

 Inselverkehr  sorgfältig vorbereitet sind wir auf die "Insel der Geisterfahrer" (aus unserer Sicht) angereist. Unsere erste Etappe ging von Dover abseits der Autobahn über Landstraßen und durch Hastings nach Littlehampton an der Südküste. Nach 38 Kreisverkehren im für uns Kontinentaleuropäer ungewohnten Uhrzeigersinn, mit Fahren auf der linken Straßenseite und 5 Meter Autotransportanhänger am Haken kamen wir an unserem ersten Etappenziel an.

Land in Sicht: die berühmten Kreidefelsen von England

 Brexit - Sorgen  die Unsicherheit Anfang des Jahres war längst verflogen: der Austrittstermin ist schließlich auf den 31.10.2019 verschoben und unsere Befürchtungen, dass wir lange Staus an der Fähre haben könnten und eine komplizierte Ein- und Ausreise, waren unbegründet.

 

Nun reiste unser alter DKW erstmals ins "Feindgebiet": als das Auto 1936 gebaut wurde, müssen Hitler längst Kriegspläne durch den Kopf gespukt sein. In dieser Zeit wäre der Besitzer eines 18-PS-Kleinwagens kaum auf die Idee gekommen und auch nicht in der Lage gewesen, einfach so mit seinem Auto und einer Fähre nach England zu fahren.

 Europa - Sorgen  seit 1957 - meinem Geburtsjahr - begann mit den römischen Verträgen der Aufbau eines geeinten Europa.  Auf unserem Weg nach England reisten wir ohne Grenzkontrollen durch Belgien und Frankreich; kein Zöllner wollte wissen, was wir im Kofferraum haben oder wie viele Zigaretten im Gepäck sind. Wir erinnern uns noch sehr wohl an Zeiten, als genau das für lange Autoschlangen an den Grenzen in Europa sorgte, egal, ob es nach Österreich, Frankreich oder sonstwohin ging. Für die Einreise nach England reichte ein Blick in die Reisepässe. Doch nun wollen in vielen Mitgliedsstaaten manche Politiker und viele Bürger wieder mehr Nationalstaat und weniger vereintes Europa.

 

 Nichts gelernt  am 07. März 1936 - ein halbes Jahr bevor unser DKW F5 das Audi-Werk in Zwickau verließ - rückten drei Bataillone der Deutschen Wehrmacht in das (damals entmilitarisierte) Rheinland ein, verletzten die Verträge von Versailles und Locarno, brüskierten die Siegermächte des ersten Weltkriegs und besetzten mal eben einfach so das Rheinland. Angeblich, so freute sich die Propaganda damals, soll die Bevölkerung diese Besetzung mit "großer Begeisterung“ aufgenommen haben.

3 x 3: links die dritte Generation - der Enkel des dritten Besitzers.

Der britische Außenminister äußerte einen Tag nach der Besetzung das Bedauern der britischen Regierung wegen der „Art und Weise" des deutschen Vorgehens, nicht aber wegen der Tatsache der Besetzung durch Hitler an sich.

 

Der kleine alte Wagen könnte als so etwas wie ein stummer Botschafter aus einer bösen Zeit angereist sein: könnte er erzählen, würde er vielleicht sagen, dass es damals kein gutes Ende nahm mit denen, die das Nationale über das Internationale stellten. Aber wer würde ihm zuhören?

ein DKW auf dem Weg zum Treffen, im Hintergrund unser F5

 Reiseverkehr 

 

Nach der ersten Etappe erreichten wir am frühen Abend Littlehampton, einen netten kleinen Ort an der Südküste. Schon auf dem Parkplatz unseres Hotels parkte der erste DKW auf dem Weg zum AUVC-Treffen: hier waren wir goldrichtig.

 

Ein großes Lob gilt dem netten Hotel "The Arun View Inn" mit seinem überaus liebevollen Personal, einem grandiosen Abendessen und einem tollen Willkommensdrink: ein richtig guter Gin, und ganz bestimmt nicht von der billigen Sorte!

 

Alle Besucher des Treffens, die wir trafen, nutzen die Gelegenheit - einmal über den Ärmelkanal geschippert - zu einer Erweiterung ihres Inselbesuchs und bereisten noch andere Ziele in England. So war das AUVC-Treffen etwas mehr als sonst auch eine Kultur-Reise. Und Kultur hat England genug.

Der Glanz vergangener Zeiten: ein Hotel hinter Bretterwänden

 Verblasste Erinnerung 

 

Tags darauf besuchten wir das benachbarte Bognor Regis, ein altes Seebad, wohin mich meine Eltern 1970 für zwei Wochen in eine Gastfamilie abkommandiert hatten, auf dass ich englisch lernen möge, wofür ich nämlich in der Schule zu faul war.

 

Ehrensache, hier noch einmal nach dem Rechten zu sehen. Bognor erlebte ich diesmal wie eine alte Jugendliebe, Strandpromenade und Pier waren auch nach fast 50 Jahren unvergessen, deren Charme aber in der Erinnerung leicht überbewertet. Die Spielhöllen bunter und schriller denn je, dafür die Besucher deutlich jünger als dereinst. Schon kleine Knirpse wurden unter Aufsicht ihrer Eltern an die Spielsucht herangeführt, damit einmal etwas aus ihnen wird. Ein verlassenes Hotel mit viel Charme war mit einer Bretterwand verbarrikadiert, auf der weitläufigen Strandpromenade fand sich ein wunderbarer Pavillion, leider gesperrt und dadurch etwas vereinsamt.

 Oxford  Wer es mit England ernst meint, muss einmal im intellektuellen Epizentrum des Königreichs gewesen sein. So dachten wir wenigstens.

 

Das allerdings haben auch Heerscharen von Touristen spitz bekommen, besonders aus Asien, die mit Selfie-Sticks, Smartphones und Kameras alles knipsten, was nicht niet- und nagelfest ist. Oxford steht in Konkurrenz zum naturwissenschaftlichen Cambridge und zeigte sich sehr "busy". Trotzdem ist die Stadt spannend, aufregend, kulturell bedeutungsschwer und doch auch wieder englisch gelassen. Auf wunderbare Art unaufdringlich selbstbewusst, historisch bedeutsam, auf dezente Weise groß.

 

 Kauf-Labyrinth  eine Art Geheimtipp ist "The Covered Market Oxford", über das der Besucher nicht gerade stoplpert und das er erst einmal finden muss - eine Art überdachter Dauer-Wochenmarkt mit festen Ladenlokalen und unscheinbarem Eingang. Von Taschen über Lebensmittel aller Art bis zu Genussmitteln und Luxusgütern fehlt es nicht an Gelegenheiten, beliebige Mengen Geld auszugeben.

 

 Best Worscht in Town*  Doch es fehlt auch nicht an einer "Fressmeile" unter freiem Himmel, gepflastert mit Street-Food-Ständen aller Herren Länder von Asien über Osteuropa, Afrika und Griechenland bis zu originalen "German Saucages" (unserer guten alten Bratwurst im Oktoberfest-Stil) bietet ein ständiger Markt trivial-kulinarische Genüsse auf Papptellern zu gesalzenen Preisen. Denn nur wenige Yards weiter gibt es besseres Essen auf echtem Porzellan mit Messer und Gabel für weniger oder gleiches Geld - es lebe das "verrückte Lebensgefühl".

*) kennt vielleicht nicht jeder: "Best Worscht in Town" ist eine Bratwurst-Imbisskette in und um Frankfurt/Main - und, ach ja: "Worscht" ist eine hessische Vokabel und bedeutet "Wurst".

 Cirencester  Von Oxford nach Cirencester war die Weiterreise nicht mehr weit, dafür aber die Zufahrt zur Royal Agricultural University umso beeindruckender: am Ende einer fast 500 Meter langen Allee mit alten Bäumen kam endlich das stilvolle Gebäude der Universität in Sicht.

Das zeitlose Ambiente im typisch englischen Baustil vergangener Jahrhunderte bot mit riesigen Flächen kurz gemähtem englischem Rasen den idealen Hintergrund, um die Wagen und Zweiräder aus mehreren Dekaden passend in Szene zu setzen.

 

Frisch am Ziel angekommen fanden wir uns auf der Parkfläche vor dem Universitätsgebäude ein, und die Spanne reichte von Anfang der 30er Jahre bis in die 60er Jahre, etwa ein Fünftel der Fahrzeuge kam aus Deutschland.

 Schöner Wohnen 

im B&B der Uni hatten wir noch ein Doppelzimmer ergattert und wohnten wie im Schloss. Hinter jeder Ecke hätten wir Lord Voldemort, den Wildhüter Hagrid oder sogar Harry Potter begegnen können. Ein tolles Ambiente, nach Einbruch der Dunkelheit sogar auf wundervolle Weise gespenstisch.

Aber es kam noch besser und noch "noch englischer": am anderen Ende von Cirencester fand ein gewaltiges Steam- and Diesel-Event statt: ohne Übertreibung waren Hunderte von Exemplaren auf zwei, vier und mehr Rädern unterschiedlichster Baujahre, Bau- und Antriebsarten leibhaftig und vor allem vielfach in vollem Arbeitseinsatz zu bewundern:

 Was heißt hier DKW?  Hier ging es "auch" um DKW und Autos, aber nur so nebenbei. Unser alter F5-600 fand ein gewisses Interesse bei den Besuchern, aber wer ahnt denn schon, dass "DKW" anfangs für "Dampf-Kraft-Wagen" stehen sollte?  Und Dampf-Kraftwagen bekamen wir auch zu sehen - aber was für welche...!

Ein Genuss für Auge und Ohr, weniger jedoch für Nase und Lungenflügel samt "Zuleitungen": 

 Feuerzangenbowle life  „wat is’ en’ Dampfmaschin’“, höre ich Studienrat „Bömmel“ in kölnischem Dialekt seine Schüler in der Filmkomödie mit Heinz Rühmann fragen. Bis auf den Rat, sich dumm zu stellen, blieb der fröhliche Kinostreifen aus der Nazizeit seinen Zuschauern die Antwort allerdings schuldig.

 

Nicht aber das AUVC-Treffen in Cirencester: denn hier erfuhren wir, was der Begriff „Dampfkraftwagen“ wirklich bedeutet: tonnenschwere Lokomobile (englisch Road Locomotive), die tatsächlich unter Dampf fuhren oder arbeiteten, leise schnauften, schwere Lasten schleppten oder Baumstämme in Minutenschnelle und im Handumdrehen zu kleinen Stücken zersägten und jede Menge stinkenden Qualm verbreiteten.

 

Einige deutsche Besucher waren ebenso begeistert wie sicher, dass so etwas in der normgerechten Heimat undenkbar wäre: Ordnungsamt, Bürgerinitiativen und die sogenannte Deutsche Umwelthilfe kämen unverzüglich mit Anwälten und Polizei angerückt, um dem Treiben ein sofortiges Ende zu bereiten. Die Atemluft in der Umgebung dieser stinkenden Schönheiten war allerdings in der Tat nicht gerade empfehlenswert für Asthmatiker wie mich.  

 Notstromaggregat  Wie diese elektrischen Messinstrumente vermuten lassen, muss der Generator, der mittels Lederriemen aktiviert werden kann, 50 kW Leistung im petto haben. Bei üblichen Wirkungsgraden von Gleichstrommaschinen dieser Art muss die Dampfmaschine schon 100 PS locker machen, um die Zeiger auf Anschlag zu bringen. Wer diesen Koloss im Garten stehen hat, muss einen Stromausfall nicht fürchten, und auch die Nachbarn in der Umgebung nicht. Allerdings dürfte das Bier im Kühlschrank warm und der Inhalt der Kühltruhe aufgetaut sein, bevor der elektrische Kohlenofen angeheizt und auf Trab gebracht ist.  

Mit Arbeitsmaschinen dieser Art, selbstverständlich von Dampf angetrieben - wurden früher Pflugscharen am Seil über den Acker gezogen und mittels Umlenkrolle am anderen Ende des Ackers wieder zurück.

 

Pferdestärken wurden fortan auf der Rennbahn gebraucht.

 

Aber auch Zweiradfreunde kamen auf ihre Kosten:

Diese unverwüstliche Indian lockte Zuschauer in eine beeindruckende Stunt Show, geritten von tollkühnen Fahrern auf genau solchen Maschinen, ohne Furcht, ohne Federung und ohne Schalldämpfer erbarmungslos laut knatternd. Unten links eine wunderbare alte BSA und unten rechts eine Raleigh - Ehrensache, dass das alles fahrbereit ist.

Parade der typischen DKW-Kühlergrills, wie sie zumindest im Westen das Zweitaktgesicht der Straßen prägten.

 Grillfest  Abschließend sei nicht vergessen, dass die Veranstalter dem DKW Owners Club und seinen Gästen die Präsentation unserer DKW, die weder mit Dampf, noch mit Diesel fahren, ermöglichte.

 

Hier die Parade der typischen DKW-Kühlergrills, wie sie zumindest im Westen das Zweitaktgesicht der Straßen prägten.

 Der "grüne Himmel"  Sir Jackie Stewart, dreimaliger Formel-1-Weltmeister, soll dem Nürburgring den Namen „grüne Hölle“ gegeben haben. Am Samstag stand eine gut 50 Meilen lange Rundfahrt auf der Tagesordnung: durch eine wundervolle Gartenlandschaft inmitten der Cotswolds, vier Mal so lang wie der Nürburgring, aber dessen glattes Gegenteil: ein „grüner Himmel“ unter unseren Rädern.

Königliche Gartenschau als Spielwiese für alte DKW

Nach der Abfahrt wurden die Straßen bald eng und enger, die Wiesen grün und grüner. Schafe an allen Ecken und Kanten, der von der Wetter App prognostizierte englische Regen blieb zum Glück aus. Die Landschaft wurde zusehends faszinierender, die Streckenführung war mit viel Fleiß vorbildlich ausgearbeitet und mittels Pfeilen narrensicher gekennzeichnet.

 Schmuckschatulle  Bald erreichten wir Bibury, einen kleinen malerischen Ort. Während der Fahrer- Besprechung wurde aber schon gesagt, dass es sinnlos sei, hier anhalten zu wollen: angelockt von Reiseführern laden Reisebusse unerschöpfliche Mengen von Touristen aus aller Herren Länder ab, die in Horden aus den Türen quellen und sich über Straßen, Plätze und Gärten ergießen, wie immer wild knipsend. Doch Bibury hatte mehr zu bieten: automobiler Dreh- und Angelpunkt war „The Classic Motor Hub“, etwas versteckt zwar und dadurch vor Touristen sicher, auch etwas unscheinbar und dadurch ein Beispiel für „britisches Understatement“.

 Rennlegende in blau  was wir hier zu sehen bekamen, waren echte Schätze. Ein Invicta S-Type von 1936 etwa, aus der Zeit unseres DKW F5 also, nur eben ein Kraftprotz mit 4½ Litern Hubraum, der im großen Gang mit dem Drehmoment einer Güterzug- Dampflok und der Drehfreude eines Küchenmixers von ca. 8 mph bis zur Höchstgeschwindigkeit ohne zu Schalten der Zielfahne entgegen eilen konnte. Bei welcher Höchstgeschwindigkeit die prähistorische Beschleunigungsorgie endet und wie viel PS das Vieh hat – unwichtig: british understatement!

 Dasselbe in grün  hier ein 1932er Aston Martin des Werksteams von Le Mans.

 

Ein Augenschmaus in britsh racing green!
 

Siegerfahrzeug selbstverständlich, und seit 1955 in ein und derselben Hand. Dazu noch alte Lagonda, ein echter Benz, ein Rolls Royce sowieso (logisch) und ein MG mit Roots-Gebläse. Siehe unten! Aus moderneren Zeiten mehrere Aston Martin aus der Roger Moore Epoche mit Gänsehaut-Effekt.

 2 Räder, 2 Zylinder  auch hier wieder etwas für die Zweirad-Fakultät:

...und für richtige Männer! Eine Ducati 900 SS Desmo - nichts für Schwächlinge. Die Betätigung der Kupplung ersetzt jedes Hanteltraining, für den Kickstarter waren gut trainierte Beinmuskeln Voraussetzung, um überhaupt in den Genuss eines Ritts auf dieser italienischen Zicke mit zwei Rädern, aber ohne Anlasser, zu kommen.

Die 80 Kilometer bewältigte unser schmächtiges Wägelchen, besetzt mit drei Erwachsenen und angetrieben von dürftigen 18 PS, tapfer, wendig und durchaus flott: auf den engen englischen Straßen fühlte sich unser F5, nur 1,43 Meter breit, richtig wohl: mit 60 oder 70 Sachen durch schmale von Mauern und Hecken gesäumte Sträßchen sind schon eine eilige Gangart.

 Schräge Nummer  die Abreise nutzen wir zu einem Besuch von Canterbury - noch einmal Kultur pur. Eine wunderbare alte Stadt, und wir entdeckten dieses Haus. Geformt von den Jahren, von der Schwerkraft und der Leidensfähigkeit des Baustoffs Holz wirkt es sehr unecht, sehr erfunden. Aber es ist echt, es ist England, es ist Kultur. Seine Tür ist so schief wie die Fenster, aber es wurde erhalten, nicht modernisiert. Es durfte so bleiben wie es ist. Undenkbar im rechtwinkligen und normgerechten Deutschland. So erfrischend anders. So cool.

 Trübe Aussicht  Mit viel Wehmut verließen wir England am Montag bei Nieselregen über den Hafen von Dover, wohl wissend, dass das Land schon bald die EU verlassen will und wohl auch wird.

 

Die Gemeinschaft, wie schon gesagt in meinem Geburts-jahr 1957 mit den römischen Verträgen begonnen, sorgte bis heute für freien Grenzverkehr, freien Handel ohne Zölle und für Wohlstand. Uns war nicht ganz wohl bei der Vorstellung und den meisten unserer Gastgeber auch nicht.

 

Nun also ließen wir die immer noch stolze Seemacht England zurück, und so "easy" werden wir wohl nicht mehr wieder kommen können.

 Das rollende Mahnmal  wie achtlos und selbstverständlich wir die Freiheit all die Jahre hingenommen haben. Unser DKW aus 1936 kennt ganz andere Zeiten. Zeiten, in denen es Nationalstaaten gab, als Grenzen überrannt und Länder besetzt wurden.

 

Unrecht, Enteignung, Raub und Vertreibung waren allgegenwärtig. Mit dem Radio kam in den 1930er Jahren ein neues, schnelles und weit reichendes Medium, das von geschickten Strategen ebenso geschickt genutzt wurde, um Menschen zu manipulieren, die die Wirkung des neuen faszinierenden Mediums nicht kannten.

 

Geändert hat sich nichts, es kamen nur neue Medien, noch schneller, noch wirksamer und noch schwerer zu durchschauen. Die Zeiten des alten DKW haben wir nicht erlebt, sie sind vorbei. Aber wie lange noch? Die Scheinwerfer hinten auf dem Trailer schauten wie Kulleraugen traurig durch den Innenspiegel, schweigend zwar. Aber zum Nachdenken und zur Umsicht mahnend.

 Der CO2-Fußabdruck  Es gibt viele, die davon überzeugt sind, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht ist. Nur wenige sind Träumer und Phantasten, viele unter ihnen sind Intellektuelle, Wissenschaftler und weltweit anerkannt. Auf der Hin- und Rückreise samt Trailer und DKW obendrauf haben wir 132 Liter Diesel verbraucht und damit ungefähr 350 kg CO2 erzeugt. Mit dem DKW haben wir während der Ausfahrten 12 Liter Benzin verbrannt, und damit kamen aus dem Auspuff des DKW ca. 25 kg CO2.

 

Insgesamt haben wir mit unserem Besuch in Cirencester mit ungefähr 375 kg CO2 dazu beigetragen, dass die Erde noch ein klitzekleines bisschen wärmer wird als sowie schon nicht mehr zu vermeiden ist.

 

Manche Menschen glauben, dass noch so viele gut gemeinte Anstrengungen zum Klimaschutz nichts ausrichten können gegen die großen Verschmutzer Asien (vor allem China und Indien) und USA. Doch Europa rangiert auf Platz drei und innerhalb Europas steht Deutschland auf Platz 1. Und der erste Schritt zur Besserung ist die Selbsterkenntnis.

 

Dass das diesjährige Treffen im Ursprungsland der Industrialisierung, im Erfinderland der Dampfkraft und in der Keimzelle der großtechnischen Verbrennung von fossilen Brennstoffen stattfand, ist nur eine Randnotiz.

 

 Tagebuch 

                letzte Aktualisierung: 17.08.2019...                                                     Garitz   2019:        seit 20.08.2017 einige Seiten in englischer Sprache (Home, Seite "2017", "Garitz 2017" und "Tienhoven 2017" "Garitz 2019 und Cirencester 2019")                 
 

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