Juni 

 Erstes Juni-Wochenende: DKW-Treffen in Garitz 

2018 fand das 42. Internationale DKW-Treffen in Garitz statt:

 

Leider jedoch ohne uns und ohne unseren F5.

Wegen der plötzlichen schweren Erkrankung eines sehr nahen Familienmitglieds mussten wir regelrecht in letzter Sekunde absagen. Am Vortag unserer Abreise riet der behandelnde Arzt von einer weiten Reise ab, falls irgendetwas entschieden werden müsste.

 

Doch das Chaos wurde erst am nächsten Tag komplett: wir wohnen an einer abschüssigen Sackgasse und ich belade das Gespann immer mit dem Zugfahrzeug talwärts weisend. Das Auffahren von hinten auf den Anhänger ist dann weniger steil, und auf der Ladefläche rollen die Vorderräder von allein gegen die Haltebügel. Der Wagen steht passgenau auf dem Anhänger und lässt sich mit den Gurten wunderbar verzurren. Auf die Handbremse kann verzichtet werden, denn die wird beim Abladen auf dem ebenen Parkplatz in Garitz sowieso nicht gebraucht.

 

Seit der Wendehammer einmal morgens mit parkenden Autos verstellt war, wird das Wenden des Gespanns immer sofort nach dem Aufladen erledigt. Am nächsten Morgen steht das Gespann dann in der richtigen Richtung – bergauf – zur Abfahrt bereit.

 

 Der Leser ahnt, was nun vorprogrammiert war:

 

Nachdem wir am Abend vor der Abfahrt zu unserer Bestürzung Kenntnis von der notwendigen Operation des Familienmitglieds im Krankenhaus erhalten hatten, war klar, dass wir nicht fahren können. Das Abladen verschob ich auf den anderen Tag bei Tageslicht. Gesagt – getan: Gurte abgenommen, aber in der Aufregung vergessen, dass die Handbremse nicht festgezogen war. Als der letzte Gurt abgenommen war, begann der DKW lautlos nach hinten zu rollen, denn das Gespann stand jetzt nach hinten abschüssig. Bei 12% Gefälle ist an ein Aufhalten nicht zu denken – lebensgefährlich! Also rollte der Wagen nach hinten, mit der Hinterachse über das Ende der Ladefläche hinaus und fiel auf den Rahmen. Zum Glück waren die Auffahrrampen noch nicht eingehängt. Der DKW hätte sonst erst richtig Anlauf genommen und wäre rückwärts gegen einen weiteren, hinter dem Gespann geparkten Oldtimer gerollt. Beim Herunterfallen des Rahmens auf die Ladefläche verhakte sich aber das rechte hintere Bremsseil an einer hervorstehenden Schraube des Anhängers und machte damit seiner Bestimmung alle Ehre: „Glück im Unglück“!

 

In Garitz haben uns deshalb einige Besucher vergeblich erwartet - viele suchten bereits 2017 gezielt nach unserem F5!

 August 

 Erstes August-Wochenende: Sempach, Schweiz 

Dieses Jahr fand das 45. Internationale AUVC-Treffen in der Schweiz statt: die Veranstalter des schweizerischen DKW-Owners-Club hatten nach Sempach eingeladen in der Nähe von Luzern.

 

Zu diesem Treffen ist - mit gehöriger Verspätung - mein üblicher Reisebericht erst jetzt in Vorbereitung. Dieser wird in den kommenden Wochen erscheinen - mit einer Bitte um Entschuldigung an die Leser dieser Seite!

 

 Die bescheuerte Idee 

Zum 45. AUVC-Treffen in der Schweiz hatten unsere Freunde aus England ihre Anreise zunächst über die Fähre nach Dünkirchen und quer durch Frankreich geplant. Mittels einer e-Mail mit dem Betreff „CRAZY“ stellte ich meine "crazy idea" vor.

 

Ich schlug vor, einen Umweg von etwa 100 km (Verzeihung: 62 Meilen) in Kauf zu nehmen und einen Zwischenstopp bei uns am Rhein einzulegen. Vielleicht würden noch mehr englische Teams mitmachen und ab Andernach gemeinsam in die Schweiz weiter fahren.

Paul aus England gefiel die „bescheuerte Idee“ und er antwortete schon im Dezember 2017 "I like your crazy idea!". Wir reservierten also schöne Zimmer in der „Villa am Rhein“ und einen Tisch für das Abendessen im „Weinhaus Merowinger Hof“. Ich schickte noch eine kleine Roadmap mit einer Empfehlung, die Autobahn bei Niederzissen zu verlassen und das Brohltal hinab durch die östliche Vulkaneifel nach Andernach zu fahren.

 

Als ich mit dem Fahrrad zur Villa fuhr, um zu sehen, ob schon jemand angekommen ist, bogen genau in diesem Moment zwei englische DKW um die Ecke anstatt - wie erwartet - nur einer: wir mussten unsere Planung spontan etwas modifizieren, denn Paul hatte - wie ich erst in Sempach erkannte - hohe Prominenz vom englischen DKW Owners Club im Schlepptau.

Abendessen im Merowinger Hof

Unsere Tischreservierug für das Abendessen war nur für fünf Personen erfolgt. Nach dieser Überraschung waren wir jetzt aber zu acht: die Wirtin im Merowinger Hof schug die Hände über dem Kopf zusammen - alles ausgebucht - sie machte aber doch das Unmögliche möglich.

 

Hier mal mein Dank an den Merowinger Hof in Andernach!

 

Am nächsten Tag führten wir unsere Gäste zu einer kleinen Rundreise durch die Osteifel aus – zur Abtei Maria Laach, zur Vulkan-Brauerei in Mendig und vorbei am leider geschlossenen August-Horch-Museum in Winningen an der Mosel – zum Schluss mit einer Stippvisite in Koblenz.

 

Am Folgetag begann die Weiterreise nach Sempach: logisch, dass die ersten 85 km durch das Mittelrheintal führten bis Bingen, vorbei an der Loreley, an zahlreichen mittelalterlichen Burgen und weiter durch das Elsass in die Schweiz.

Bunkern am Supermarkt

Am Folgetag begann die Weiterfahrt nach Sempach: zuvor wurde im Supermarkt für die Reise gebunkert: drei Kisten deutsches Bier zum Angebotspreis von 5,00 € - für diesen sensationellen Preis gibt es im englischen Pub nicht einmal ein großes Glas mit einem Pint Inhalt.

 

Dumm nur, dass das Kofferraumvolumen eines DKW 1000 S mit diesem Einkauf  völlig überfordert ist - also musste mein Kombi aushelfen.

Logisch, dass die ersten 85 km nicht über die Autobahn, sondern durch das Mittelrheintal führten bis Bingen, vorbei an der berühmten Loreley, die von der Rheinseite, die wir befuhren, weniger spektakulär ist als von der westlichen Seite.

 

Weiter an zahllosen mittelalterlichen Burgen vorbei und hinüber auf die andere Rheinseite mit der Fähre bei Kaub. Anschließend durch das Elsass in die Schweiz unter Vermeidung der eidgenössischen Autobahnen, da für die wenigen Kilometer Gebühren für ein ganzes Jahr Benutzung schwer einzusehen sind.

Überfahrt bei Kaub am Rhein

Aber wir wollen nicht mit Steinen im Glashaus werfen: schon bald kommt auch in Deutschland eine Maut für (zunächst?) Autobahnen, von der gelgentlich zu hören ist, dass die Verwaltungskosten die Einnahmen übersteigen werden.

 

Aber Hauptsache, die Fahrer aus anderen Ländern fahren nicht umsonst über unsere Baustellen und morschen Brücken.

 Schweizer Spezialitäten 

 

Das Internationale AUVC-Treffen fand in Sempach statt, nicht weit von Luzern. Wofür die Schweizer berühmt sind, ist ihre Präzision (nicht nur bei den Uhrwerken) und dass sie angeblich langsam sind. Ich halte das für einen großen Irrtum: in Wirklichkeit sind die Menschen in der Schweiz einfach nur gewissenhaft - und das braucht eben Zeit.

 

Die Begrüßung der Teilnehmer war jedenfalls herzlich und perfekt organisiert. Aus Platzgründen lagen der Parkplatz für die Trailer, der Parkplatz für die Oldtimer und die Festhalle zum Teil recht weit auseinander, und die (neuzeitlichen) Zugfahrzeuge mussten auf den benachbarten öffentlichen Parkplatz ausweichen, dessen Ticketautomaten größere Mengen schweizerische Franken in Form von Münzgeld begierig verschlangen.

Blick auf den Sempachersee

 Sempach 

 

Sempach ist ein kleines Städtchen mit viel Flair und Tradition im Herzen der deutschsprachigen Schweiz. Der heißeste Sommer seit 1976 und 2003 bescherte blauen Himmel, viel Sonne und kilometerweite Sicht. Die Ausfahrten führten über die blitzsauberen schweizer Straßen vorbei an sanft geschwungenen grünen Hügeln, Seelandschaften und idyllischen landestypischen Häusern, Höfen und Ortschaften. Zunächst jedenfalls.

 

 Der Berg ruft 

Die erste Ausfahrt entführte unseren DKW F5 in die alpine Bergwelt von Heidi und Toblerone und forderte alles von ihm.

 

Die Berge der Schweiz haben "grimmige" Steigungen - dieses Adjektiv benutzte August Horch häufiger in seinem Buch "Ich baute Autos". Und dieses Wort ist fast Lautmalerei.

 

Denn schon bald folgte eine buchstäblich "heiße" Kletterpartie: mit 18 PS und einer Thermosyphonkühlung nahm die Geschwindigkeit stark ab und die Kühlwassertemperatur stark zu. Der Zeiger des Thermometers wanderte langsam, aber sicher Richtung 100 Grad, der elektrische Lüfter rang nach dünner Bergluft, und diese war in diesem heißesten aller Sommer alles andere als kühl.

Kühlwasser läuft unter dem DKW die Straße hinab.

Als einer der Ersten losgefahren und vorbildlich fehlerfrei von der Beifahrerin gelotst, rollten wir mit unserem DKW tatsächlich bald auf einem der ersten Plätze dem Ziel entgegen.

 

Wenn da nicht diese "grimmige" Steigung gewesen wäre! Das Thermometer zeigte schon fast die 100 Grad an, da tat auch noch die Physik ihr Übriges: mit der Höhe nehmen bekanntlich der Luftdruck und damit auch die Siedetemperatur von Wasser ab - schon umwehten uns Dampfschwaden, die von Fieberattacken in der Leistungsabteilung kündeten; also rechts ran fahren und Motor aus - der Elektrolüfter schaufelte hilflos heiße Luft aus dem Kühler und senkte die Temperatur des Wassers mühsam auf 90 Grad herunter - Zeit um den Motor wieder zu starten und die Klettertour fortzusetzen.

In guter Gesellschaft: unser F5 neben einem F7 Cabriolet eines Schweizer Enthusiasten.

Inzwischen hatten uns fast alle anderen Wagen überholt, einige boten Hilfe an, aber uns konnte nur eines helfen: Zeit und Geduld.

 

Doch die paar Grad Abkühlung reichten nur wenige hundert Meter, und das Thermometer eilte flugs wieder zur 99-Grad-Marke hinauf: erneut kochte das Kartoffelwasser über. Jetzt hatten uns auch die restlichen Autos alle überholt. Endlich als Letzter am Ziel angekommen röchelte es aus dem Maschinenraum des F5, und größere Mengen Wasser sprudelten reichlich aus dem Überlauf. Der DKW war vorübergehend etwas "inkontinent" geworden.

 

Trotzdem war nicht so viel Wasser verloren gegangen, wie es aussah: nach der Mittagspause konnte die Rückfahrt - nun bergab mit Fahrtwind - problemlos bewältigt werden.

Blick auf den Sempachersee

 Luzern 

 

Von mehreren zur Auswahl stehenden Programmen hatten wir uns für das Verkehrshaus entschieden und nicht für einen Shoppingbummel. Logisch!

 

Alle Teilnehmerfahrzeuge wurden in den Innenhof des Museums eingelassen. Ein Gewinn für beide: für die Teilnehmer wie für das Verkehrshaus. Die Oldtimer waren eine Attraktion für die Museumsbesucher.

 

Oben steht der DKW F5 vor einer DC-3 der Swissair, wie es zeitlich besser gar nicht zusammen passen kann: der Erstflug dieses Fluzeugmusters war 1935, dem Erscheinungsjahr des DKW F5, worauf die "5" ja hinweist.

 

Einige asiatische Touristen, von denen es in Luzern geradezu wimmelt und deren Gewohnheiten gelegentlich für Verwunderung sorgen können, setzten sich wie selbstverständlich in unseren DKW, um ein Foto zu schießen. Wir nahmen es als Kompliment...

Diese DC-3 der Swissair wurde zwar erst 1947 in Dienst gestellt, aber da begann der DKW gerade seine zweite Karriere: die nach dem Krieg. Mit zwei mal 1.200 PS hat die DC-3 so viel Leistung wie mehr als 133 DKW F5 - genug für 300 km/h Reisegeschwindigkeit, 21 Passagiere und knapp 7.000 m Dienstgipfelhöhe.

 

 Blickfang 

 

Neben dem Verkehrshaus und den historischen Automobilen bot Luzern auch noch andere sehenswerte Überraschungen: der heiße Sommer zwang die Stadtbewohner zum Öffnen der Fenster, um Abkühlung in die Wohnungen zu bekommen.

Bei einem Stadbummel lockte dann die schöne Dame im Bild oben den Blick hinauf in eine Wohnung: jedoch war es keine Bewohnerin, die hier freizügigen Einblick gewährte, sondern eine kunstvolle Wandmalerei.

 

Die Kapellbrücke ist eine von vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt Luzern.

Fortsetzung folgt.

 

 Tagebuch 

                letzte Aktualisierung: 09.06.2019...                                                     Garitz   2019:  neue Beiträge        seit 20.08.2017 gibt es einige Seiten in englischer Sprache (Home, Seite "2017", "Garitz 2017" und "Tienhoven 2017" und "Garitz 2019")                 
 

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