Juli 

 Erstes Juli-Wochenende: Europafest in Andernach 

Stelldichein auf der Rheinpromenade in Andernach

Nun schon zum vierten Mal veranstalteten die Oldtimerfreunde Andernach e.V. während des Stadt- und Europafests Anfang Juli 2016 eine Ausstellung historischer Fahrzeuge und eine Rundfahrt durch die Eifel.

 

Auch dieses Mal gab sich der DKW wieder die Ehre, abwechselnd in seinem Festzelt oder in den Rheinanlagen. Und am Samstag hatte sich die Eifel von ihrer höllischen grünen Seite gezeigt: die 94 km lange Rundfahrt begann vor dem Andernacher Rheintor in 62m Höhe über dem Meer, und das Wägelchen meisterte die Tour auch mit Bravour. Jedoch zwangen mehrere steile Abschnitte, die ab Oberzissen im Brohltal von 275m Meereshöhe hinauf auf 563m führten, zum Gebrauch des ersten Gangs.

 

 Das Höhenprofil der grünen Hölle: 

 

Kein Geringerer als Jackie Stewart soll vor einem halben Jahrhundert für den Nürburgring den Begriff "grüne Hölle" geprägt haben. Von der berühmten Eifel-Rennstrecke waren wir zwar noch genau 10 Kilometer Luftlinie entfernt, aber die Hölle war es für den kleinen DKW trotzdem und grün war sie auch.

© Google Earth, Höhenprofil, zum Anzeigen der Strecke auf das Diagramm klicken

Von 62m an der Rheinpromenade in Andernach bis hinauf auf 563m in der Eifel hat das kleine alte Auto also mehr als 500 Höhenmeter überwunden, insgesamt sogar mehr als 1.000m und an der steilsten Stelle 14% Steigung bewältigt. Dabei verfehlte das Kühlwasser die 100-Grad-Marke laut Fernthermometer nur knapp; in 563m Höhe sinkt der Siedepunkt von Wasser bereits auf etwa 96°C.

...es ging eine Träne auf Reisen...

Von 18 PS bleiben in der dünneren Luft schon nur noch 17 übrig, die manchmal auch nur noch für knapp 20 km/h reichten. Die Schimpfworte der nachfolgenden Autofahrer wollen wir uns lieber nicht vorstellen!

 

Dass der Kühler gerade so nicht übergekocht ist, lag am Fostschutzmittel, welches den Siedepunkt um ein paar Grad erhöht hat. Spuren von herunter gekullerten Tropfen bewiesen aber später, dass der DKW bereits "auf 100" war!

©Lothar Spurzem 2016

 Gebremster Schnellverkehr 

 

Auf dem Rückweg vom ersten Etappenziel in Kempenich ging die Reise bergab und wir legten eine forcierte Gangart vor, die Tachonadel erreichte gelegentlich die Marke "80", was für den F5 schon "ein heißer Reifen" ist. Die Kurve vor der "Hammesmühle" im Nitztal nahmen wir mit qietschenden Reifen und in sportlichem Drift, was dem Beifahrer kurzfristig Schweißperlen auf die Stirn zauberte. Erkenntnis des Tages: der DKW ist im Grenzbereich gutmütig!

Bald aber kündigten sich Probleme unter der Motorhaube an: Leistungsverlust, Bocksprünge und Fehlzündungen bremsten unser Tempo. Zum Glück ging es vorwiegend bergab und es war nicht mehr weit. Die Ursache ließ sich nach der Rückkehr schnell finden - zwischen den Elektroden einer der beiden Zündkerzen hatte sich eine Brücke aufgebaut, wie das bei Zweitaktern gern passiert. Dies führte zu gestörtem Funkverkehr und damit zu Zündaussetzern.

 Belagerungszustand 

 

Wie immer, war der DKW von zahlreichen Schaulustigen belagert und die Fotografen mit Kameras und Handys standen sich gegenseitig im Weg. Immer wieder wurde auf die Karosserie geklopft: "was - der ist aus Holz?" Wo dieser Veteran auftaucht, gibt es kleine Menschentrauben.

Schwarze Kamaraden in den Rheinanlagen von Andernach...

 Generationenkonflikt 

 

Zwischen diesen beiden Autos liegen nur fünf Jahre, aber technisch trennen sie Welten: der Entwicklungsauftrag für den "DKW Frontwagen" wurde Ende 1930 formuliert, der für den KdF-Wagen 1935. Der eine mit zwei Zylindern, Zweitaktmotor, Holzkarosserie und Frontantrieb, der andere mit vier Zylindern, aus Blech gepresster Karosserie, Viertakt- und Heckmotor. Beide waren als "Auto fürs Volk" gedacht und zu ihrer Zeit Bestseller: der DKW vor dem Krieg, der Käfer nach dem Krieg. Im Baujahr des F5 im Hintergrund (1936) rollten die ersten beiden Prototypen des "Volkswagen" aus ihren Werkstätten. Der Käfer im Vordergrund wurde in demselben Jahr gebaut, in dem der DKW zur Verschrottung abgemeldet wurde: 1961.

©JHE, mit Genehmigung der abgebildeten Person

 Zwei von der Tankstelle 

 

Dieser Mann kennt dieses Auto. Er arbeitete von 1951 bis Anfang der 70er Jahre bei der Shell-Tankstelle in Andernach, wo der DKW, hier mit Besatzungskennzeichen, regelmäßig zur Zapfsäule vorfuhr.

 

Als der Mann von der Tankstelle den Namen des Autobesitzers hörte, kam es wie aus der Pistole geschossen: "Mercedes 170S, schwarz, mit Ersatzrad hinten drauf". Und der DKW war der Vorgänger dieses 170S. An den DKW erinnerte sich der Tankwart natürlich auch. Dieser Mann erinnerte sich spontan an seinen alten Kunden und dessen Autos - nach 60 Jahren !!! Alle Achtung.

 

 Bilderbuch mit vorzüglichen Automobilen 

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