ZUM ERSTEN MAL IN GARITZ 

 2015 

 Garitz, was ist das denn? 

 

Garitz ist da, wo man mal gewesen sein muss!

Zumindest dann, wenn man mit zwei Takten, zwei Zylindern und vier Rädern unterwegs ist. Garitz ist eine kleine Gemeinde in Sachsen-Anhalt, die weder in gängigen Navigationssystemen, noch in Google Maps so ohne weiteres zu finden ist. Und das will was heißen!

 

Mit Superlativen ist zwar Vorsicht angebracht, aber Garitz ist wohl tatsächlich das größte DKW-Treffen auf der ganzen Welt (und das will auch was heißen): schon zu DDR-Zeiten hatten sich Freunde der alten DKW- und IFA- Zweitakter "zusammengerottet", um automobiles Kulturgut aus Sachsen zu pflegen.

 

Immerhin ist DKW so etwas wie die Keimzelle des ostdeutschen Fahrzeugbaus, und damit hatte die DDR etwas, was noch lange nicht alle Staaten haben: eine eigene Automobilproduktion. Und damit auch Export.

 

Darauf war Ostdeutschland zu Recht stolz und ist es heute noch. Eine Tradition, die bewahrt werden will.

Dieses erste "konspirative Treffen" war 1979, und mit der Zeit muss sich die kleine Gemeinde Garitz zur heimlichen DKW-Hauptstadt gemausert haben. Das ist schon ein wenig bemerkenswert und der Obrigkeit auch nicht geheuer gewesen, denn im Osten stand der Markenname "DKW" immerhin für kapitalistisches Teufelszeug.

 

Das DKW-Treffen in Garitz jährte sich 2015 zum 39. Mal, wobei dem Kenner der vier Grundrechenarten auffällt, dass da irgendwas nicht stimmen kann: wenn am 12. Mai 1979 das erste Treffen stattgefunden haben soll, muss es unterwegs entweder einmal mehrere Treffen pro Jahr gegeben haben, oder das mit dem 39. Treffen haut nicht hin. Aber sei's drum und wie gesagt: man muss dabei gewesen sein!

 Mittwoch: 

DKW F5 startklar für Garitz Güterfernverkehr: verladen und verzurrt für die Tour nach Garitz

...pünktlich zum Mittwoch hatte sich ein Hochkeil vom Mittelmeer her Richtung Garitz auf den Weg und einer ohnehin schon schwachen Kaltfront über der Mitte Deutschlands den Garaus gemacht.

 

Schon am Nachmittag kam im Rheinland die Sonne heraus.

 Donnerstag: 

ganz schön verladen: als ob man nicht selber fahren könnte

Von da an bestimmte ein Hoch namens Walburga das Wettergeschehen und brachte trockene, sehr warme Luft nach Deutschland.

 

An Fronleichnam - bei uns im Rheinland ein gesetzlicher Feiertag - ging es bei bestem Reisewetter 550 km Richtung Osten: der Bilderbuch-Himmel auf dem Foto spricht für sich.

 Freitag: Primus Inter Pares 

 

Für Freitag stand eine Ausfahrt zur Wasserburg Kropstädt in der Nähe von Lutherstadt-Wittenberg auf dem Programm - bei allerbestem Kaiserwetter und gut 30°C im Schatten (aber wer ist schon so blöd und geht in den Schatten) und in bester Gesellschaft.

 

Obwohl nur einer von vielen, fiel der Wagen schon kurz nach dem Abstellen sachkundigen Augen auf: dem Autor einschlägiger Fachliteratur blieben weder die gut erhaltene originale Kunstlederbespannung verborgen, noch viele Details der weiteren serienmäßigen Substanz. Und im Gespräch auch die Besonderheit seiner Lebensgeschichte nicht.

 Samstag: 

Für Samstag war eine Ausfahrt nach Roßlau auf die Tagesordnung gesetzt, schon am Vormittag war es sehr heiß und schwül, aber am Nachmittag steigerte sich die Hitze auf Leidens- Niveau: für Fahrer, Beifahrer und Fahrzeuge waren die Bedingungen echt hart. Blauer Himmel und kräftige Farben entschädigten mit idealen Fotobedingungen.

Hoch "Walburga" sollte sich laut Wetterbericht schon längst nach Osteuropa verkrümelt haben, hielt aber eisern die Stellung. Bei bis zu 33°C knatteren mehr als 65 historische Zweitakter zur Burg Roßlau.

 

In bester Gesellschaft, aufgestellt in Reih und Glied war unser F5-600 Reichsklasse Teil der DKW-Parade.

Ein DKW gezeichnet von schwerer Arbeit Schokoladenseite einer Patina: abgewetzt und wunderschön

 Sehenswert 

 

So sieht echte Patina aus: gegerbtes Kunstleder, geschundene Ausstattung, irgendwann einmal mit plüschigem Sofa-Stoff neu bezogen, das Verdeck von Wind und Wetter gezeichnet.

 

Aber mechanisch einwandfrei und verkehrssicher. Auch das hat seinen Reiz und ist nicht besonders oft anzutreffen.

An diesem Steuer ist Fahren richtig Arbeit

 Fernübertragung...

 

Es gab auch DKW mit Hinterradantrieb: der kleine Zweitaktmotor war längs eingebaut und übertrug seine Kraft über eine Welle an die Hinterräder. Exemplare dieser Art sind allerdings extrem selten: ich hatte noch nie so einen Schatz gesehen.

 

 Artgerechter Straßenbelag inklusive...

 

Was es bei uns im Westen nicht mehr gibt, bekam unser DKW in Roßlau unter die historischen Räder: Pflaster im Stil der 40er oder 50er Jahre - herrlich!

 Einmarsch der Gladiatoren...

 

Hier die Einfahrt zur großen DKW-Parade in Roßlau:

 Garitz 2015, was war das denn? 

 

Dieses Jahr war es also das 39. DKW-Treffen, wir waren nun zum dritten Mal dort und zum ersten Mal mit unserem F5! Ein rundum phantastisches Erlebnis, so etwas wie "Jurassic Park" mit alten Autos. Nur ohne dass am Ende alles zusammen gekracht ist, so wie im Kinofilm. Aber mit vielen schönen Autos, vor allen Dingen mit wirklich alten Autos, Youngtimer sind die absolute Ausnahme, es verirrt sich mal ein Audi 100 hier her.

 

Aber in der Zweitakt-Szene ist 1965 Schluss, und Trabanten spielen nicht mit, denn es ist ja ein DKW-Treffen.

 

Auf jeden Fall sind jede Menge schrullige Leute hier, es gibt viel Spaß, Humor und Begebenheiten zum Nachdenken.

 

Aber auch interessante Begegnungen, Gespräche und Meinungen, auch zwischenmenschlicher Natur und ohne Auto-Bezug. Garitz sollte unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, jedenfalls kann es süchtig machen.

 

Wenn nichts dazwischen kommt, sind wir 2016 wieder mit dabei, dann zum 40. Jubiläumstreffen und zum 130sten Geburtstag des Automobils.

 

Und zum 80sten unseres F5 - wenn das kein Grund zum feiern ist...

 

weiter lesen mit "Sommer 2015, Europa-Klassik und Kultursalon"

 

weiter lesen mit "Garitz 2016, das 40ste DKW-Treffen"

 

 Tagebuch 

                letzte Aktualisierung: 29.08.2017...                                                         YouTube Video vom 44. internationalen AUVC-Treffen in Tienhoven  2017          seit seit 20.08. neue Seite in englischer Sprache (Einstiegsseite), seit 13.08. neue Seiten in englischer Sprache (Seite "2017", "Garitz 2017" und "Tienhoven 2017")                
 

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