Alle Informationen auf diesen Seiten dienen nur dem Erfahrungsaustausch; sie stellen keine Bauanleitungen dar. Für die Richtigkeit, Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit wird keine Haftung übernommen!

Mit Dioden von 12 Volt auf 6 Volt...

 Dioden für 12 Volt 

 

Die richtige Auswahl der geeigneten Vorwiderstände setzt voraus, dass der Widerstand der Verbraucher bekannt ist. Mit einem Messgerät sollte dies leicht herauszubekommen sein.

 

Solch ein Messgerät ist aber nicht immer zur Hand!

 

Und dann dieses lästige Rechnen!

 

Eine andere (scheinbar einfachere) Lösung ohne Taschenrechner ist mit Dioden möglich: ein Autor im IFA-F8-Forum hat es gut gemeint und empfahl, einfach 10 Siliziumdioden in Reihe vor die Winkerspule zu schalten, weil Silziumdioden angeblich 0,6 Volt "verschlingen", wenn Strom durch sie hindurch fließt. Zusammen würden 10 Dioden von 12 Volt also noch 6 Volt übrig lassen.

 

Theoretisch!

 

Der arme Teufel, der das an seinem Auto ausprobiert hat, verbrannte sich erstens die Finger an den heißen Dioden und zweitens schrieb er im Forum, die Winker wären nicht freiwillig aus ihrem Verlies heraus geschwenkt, sondern nur mit "Nachhilfe".

 

Tja: da hatte wohl einer die Rechnung ohne den Physiklehrer gemacht!

Siliziumdioden haben nämlich die blöde Eigenschaft, dass sie in Durchlassrichtung einen Spannungsabfall von 0,6 bis ca. 1,0 Volt verursachen, abhängig vom Typ und vom Laststrom. Wer also von 12 Volt auf 6 Volt herunter möchte, braucht nicht etwa 10 Dioden in Reihe.

 

Sondern eher nur 6 oder 7!

Kennlinien aus urheberrechtlichen Gründen nach Hersteller-Diagrammen von Hand nachgezeichnet

Links sehen wir die Kennlinie der Diode 1N4007, ein "Allerweltstyp". Diese Diode verträgt bis zu 1 Ampere, und wir sehen, dass sie dann schon einen Spannungsabfall von etwa 0,95 Volt hat.

Rechts sehen wir die Kennlinie der Diode P600, einer Leistungsdiode, die bis zu 6 Ampere verträgt. Hier sehen wir, dass sie bei dieser Leistung fast 1,0 Volt Spannungsabfall hat.

Wenn sich also (zum Beispiel) der Winker 6 Ampere genehmigt, dann wäre die Diode 1N4007 hoffnungslos überfordert und schnellstens über den Jordan. Die Kennlinie ist zwar bis 11 Ampere durchgezeichnet, aber das macht dieser Diodentyp nur wenige Sekunden lang mit - deshalb muss es schon eine kräftige Leistungsdiode sein. Ganz ohne Messgerät geht es also auch hier nicht - wir müssen schon wissen, was unseren Dioden blüht. Bei 6 Ampere geht in der P600 ein Spannungsabfall von etwa einem Volt verloren.

 

Wenn nun 10 Dioden in Reihe geschaltet werden, bleiben von 12 Volt noch ganze 2 Volt übrig - logisch, dass sich der Winker keinen Millimeter muckst...

Bei 6 Ampere und ca. 1 Volt pro Diode wären also nur 6 Dioden nötig, um von 12 Volt Bordspannung einen Spannungsabfall von insgesamt 6 Volt herbeizuführen und damit auf 6 Volt Betriebsspannung herunter zu kommen.

 

Aber wir dürfen nicht vergessen: jede einzelne Diode wandelt etwa 1 Volt x 6 Ampere = 6 Watt in Wärme um und muss gekühlt werden. Bitte nicht 6 oder 7 Dioden zusammenlöten und gemeinsam in einen Schrumpfschlauch einpacken - da hätten wir dann eine schöne Zündschnur für ein Holzauto gebaut! Also entweder genug Feuerlöscher mitnehmen oder an die Kühlung denken!

Im Bild links ist eine ähnliche Diodenkette zur Spannungsreduzierung zu sehen. Die Dioden sind in Epoxydharz eingegossen (zur Wärmeableitung) und mit den Schraublöchern muss der Klotz auf ein Kühlblech montiert werden. Das Ding wird richtig warm (locker 80°C und mehr).

 

Die Schrauben links im Bild dienen auf der Rückseite dem elektrischen Anschluss, hier nicht zu sehen.

Der Bauaufwand ist nicht von Pappe: Platine ätzen, bestücken, löten, vergießen. Und gut gekühlt werden müssen sie auch. Ich rate von Dioden ab.

 

Außerdem haben Dioden eine ausgeprägte Temperaturabhängigkeit, das heißt, je wärmer sie werden, desto besser leiten sie.

 Fazit:  Der Bauaufwand ist nicht von Pappe: Platine ätzen, Löcher bohren, bestücken, löten, in Epoxydharz vergießen. Ich rate von Dioden zur Spannungsreduzierung ab.

 

 Warnung:  auch hier ist an eine gute Kühlung zu denken (deshalb in Gießharz versiegeln), ohne Kühlung, etwa in Reihe gelötet und in Schrumpfschlauch verpackt, stellen Dioden Brandgefahr dar!

 

 Hinweis:  Dioden weisen außerdem eine ausgeprägte Temperaturabhängigkeit auf, d.h. sie leiten den Strom umso besser, je wärmer sie werden. Dadurch sind sie zur Spannungsreduzierung ziemlich "unberechenbar".

 

Weiter lesen mit… "Sicherungen für 12 Volt".

 

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