tABU - THEMA 12 Volt

Alle Informationen auf diesen Seiten diesen nur dem Erfahrungsaustausch; sie stellen keine Bauanleitungen dar. Für die Richtigkeit, Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit wird keine Haftung übernommen!

 

 

 Grundsatzfrage 

Für den wahren Liebhaber alter Automobile gibt es gar keine Diskussion: es wird mit 6 Volt gefahren, so wie sich das gehört: schön historisch, absolut original, absolut sach- und fachgerecht, absolut authentisch!

Viele DKW-Fahrer schwören aber auf 12 Volt, und sie haben triftige Gründe:

- der Motor startet sehr viel freudiger als mit 6 Volt

- der Fahrer merkt sogar innen, wenn er draußen Licht eingeschaltet hat

- ob Blinklampen, Rücklicht oder Bremslicht: alles ist heller

- Autobatterien überall handelsüblich zu bekommen, auch als Sonderangebot

- bei leerer Batterie kann jeder andere Pkw Starthilfe leisten

- Ersatzglühlampen gibt es auch im Supermarkt und an der Tankstelle

 

Normalerweise sollte ein DKW oder IFA - wenn er in Ordnung ist - natürlich auch mit 6 Volt einwandfrei fahren - das hat 1936 ja auch funktioniert. Aber die Autos sind inzwischen halt in die Jahre gekommen.

 

Jemand schrieb mir vor der Umrüstung: "ich habe bei meinem F8 mit 6 Volt jetzt auch die Nase voll und will umrüsten".

 

Nach der Umrüstung schrieb derselbe: "ist alles gut und läuft super. Insbesondere das Starten ist ein Traum".

 Behelfsmäßige Umrüstung nicht sachgerecht? 

 

Von vornherein sei klargestellt: Umrüstungen in der Art und Weise, wie sie meist durchgeführt werden, sind aus technischer Sicht nicht sach- und fachgerecht, weil Komponenten, die von Haus aus nicht füreinander vorgesehen sind, kombiniert werden (Dynastart-Anlage mit Nennspannung 6 bzw. 7 Volt und Regler mit Nennspannung 14 Volt).

 

Um das Thema trotzdem einigermaßen "seriös" beschreiben zu können, wird diese Art der Umrüstung hier als "behelfsmäßig" bezeichnet.

 

Mit "behelfsmäßig" soll aber niemand herabgewürdigt werden, der auf diese Weise auf 12 Volt umgestiegen ist!

 ...was denn nun, 12 oder 14 Volt? 

 

Mancher Leser wird sich fragen, ob ich mich nicht langsam mal entscheiden kann, von 12 oder von 14 Volt zu schreiben. Nee, kann ich nicht, geht auch gar nicht:

 

Stets müssen wir nämlich zwischen Bordspannung und Ladespannung unterscheiden: einfach ausgedrückt ist die Bordspannung das, was auf der Batterie drauf steht (entweder 6V oder 12V) - die Batterie hat aber meist alles andere als das, was drauf steht. Wenn sie leer ist, knapp 11 Volt (oder ca. 5,5V), und wenn sie proppenvoll ist, gut 13 Volt (oder ca. 6,5V). Die Bordspannung ist die Nennspannung und ungefähr die Mitte. Um die Batterie laden zu können, muss die Ladespannung aber noch etwas höher sein, nämlich 7 Volt oder 14 Volt. Diese Werte stehen auf den Generatoren oder Reglern drauf.

 Theorie und Praxis 

 

Bei zahlreichen DKW, die mit 12 Volt unterwegs sind, wurde z.B. einfach ein Regler für 14 Volt an die 6/7-Volt-Dynastart-Anlage angeschlossen, die ansonsten nur wenig oder gar nicht verändert wird.

 

Die Vorgehensweise ist "gängige Praxis".

 

Der Fachmann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: diese Maßnahme widerspricht völlig den handwerklichen Regeln, denn ein 14-Volt-Regler ist überhaupt nicht für den Einsatz an einem Generator (oder Dynastart) für 6/7 Volt vorgesehen. Deshalb erlischt sofort die Garantie des Herstellers, da das Produkt ja unsachgemäß eingesetzt wird.

 Das Große Aber 

 

Schon Mitte der 50er Jahre wurde vom Automobilwerk Zwickau ein Fahrzeug mit der Typbezeichnung P70 auf den Markt gebracht, dessen Motor mit den Zweitaktern der DKW-Frontwagen (F1 bis F9) bis auf Feinheiten fast identisch war - einschließlich der Dynastartanlage!

 

In Westdeutschland ist der P70 natürlich kaum bekannt - das Werkstatthandbuch, Ausgabe 1958, nennt für den elektrischen Widerstand der Feldspule exakt denselben Wert wie den sämtlicher DKW-Frontwagen: 2,9Ω!

 

Der P70 rollte aber mit 12 Volt vom Band! Und der Leser staunt nicht schlecht, dass für die Messung auf Seite 147 des Werkstatthandbuchs eine 6-Volt-Batterie abgebildet ist. Für ein 12-Volt-Auto(!). Des Rätsels Lösung kann nur ein speziell für diesen Zweck konstruierter Lichtmaschinenregler sein - wie auch immer: diese Tatsache ist Beweis genug, dass die Dynastartanlage für 12 Volt problemlos einsetzbar ist.

 

Wenn man nur weiß, wie...

 Kurzschlusshandlung? 

 

Vielleicht etwas vorschnell hatte ich mich schon früh entschieden, gar nicht erst mit 6 Volt los zu fahren, sondern gleichzeitig mit der Restaurierung des Wagens auch auf 12 Volt umzusteigen.

 

Manchmal bereue ich das: ohne Not habe ich eine wirklich originalgetreue Wiederherstellung des Wagens auf diese Weise von vornherein ausgeschlossen.

 

Immerhin: ich habe von Anfang an konsequent darauf geachtet, dass alle Änderungen gegenüber dem Original-Auto so vorgenommen wurden, dass ein jederzeitiger und spurloser Rückbau auf 6 Volt möglich ist.

 

Die richtige Batterie.

 

Anlasser (Dynastart) an 12 Volt.

 

Generator (Dynastart-Lichtmaschine) für 14 Volt.

 

Regler für 14 Volt.

 

Plus- / Minusregelung (Umbau).

 

Elektronischer Regler (von 7 auf 14 Volt).

 

6-Volt-Winker an 12 Volt.

 

mit Vorwiderständen von 12 auf 6 Volt.

 

mit Dioden von 12 auf 6 Volt.

 

der rollende Prüfstand.

 

Sicherungen im 12-Volt-Bordnetz.

 

zurück zur "Werkstatt".

 

 Tagebuch 

                letzte Aktualisierung: 29.08.2017...                                                         YouTube Video vom 44. internationalen AUVC-Treffen in Tienhoven  2017          seit seit 20.08. neue Seite in englischer Sprache (Einstiegsseite), seit 13.08. neue Seiten in englischer Sprache (Seite "2017", "Garitz 2017" und "Tienhoven 2017")                
 

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