AUFERSTEHUNG 

 2012 

 Zunächst...

...wurde der Wagen in Andernach im Garten geparkt. Noch ein paar Gartenzwerge, und die Idylle wäre perfekt gewesen.

vor wenigen Minuten abgeladen vom Autoanhänger

 Nun stand er da nach seiner Rückkehr und nach seiner Zeitreise aus 1936: in Andernach, wo er 51 Jahre vorher in einer Garage eingemottet worden war. In einem Garten zwischen Sträuchern und Bäumen, zum Schutz vor Regen unter einer dicken Plastikplane eingepackt, und bald schon freuten sich allerlei Exemplare der Schöpfung über eine neue Heimat.

Am 23. Juni verlegte das altehrwürdige Gefährt seinen Standort noch einmal nach Neuwied zum Bosch-Service Vogtmann und Herold - hier fand sich vorübergehend ein sauberes, trockenes Plätzchen, wo nach festem Entschluss schon bald an der gealterten Substanz Hand angelegt werden sollte.

 Die Restaurierung... 

 

...war nun ab Herbst 2012 fest geplant. Ein Messebesuch in Mannheim auf der Veterama brachte einen Sack voll Erkenntnisse, Tipps und Visitenkarten.

Ein Meister für Oldies nahm am 03. Dezember 2012 den kleinen alten Wagen unter die Lupe: ein Geschäftspartner aus Norddeutschland befasste sich zufällig auch mit alten Autos, und zwar professionell. Wieder bot sich die Chance, all die Arbeit einfach zu delegieren.

 

Der Experte hatte sofort klare Vorschläge und kam ohne große Volksreden punktgenau zur Sache: Maßnahmen, Arbeitsteilung und vor allem: Kosten!

Um diese im Zaum zu halten, sollten Motor, Getriebe und Blechteile in Eigenregie ab- bzw. ausgebaut werden und auch die Elektrik in Angriff genommen werden.

 

Der Startschuss war aber erst für Anfang 2013 vorgesehen. Es gab also Zeit zum Überlegen.

Doch die Schätzung der Kosten des kühlen Mannes aus dem Norden rangierte in einem Bereich, der gut das Doppelte dessen ausmachte, was fein restaurierte Exemplare dieses Autos im Internet an Verkaufspreisen erreichen oder was in einschlägigen Preislisten notiert ist.


Dass bei einer Art "Familienmitglied" nicht unbedingt auf den letzten Pfennig - die Erwähnung der inzwischen ausgestorbenen Münze erscheint in diesem Zusammenhang erlaubt - geachtet werden sollte, ist klar. Aber die Kirche muss ja trotzdem im Dorf bleiben.

 Berliner Ratsherren Art 

 

Eines von vielen Telefonaten kam aus Berlin und über den AUVC (Auto Union Veteranen Club) zustande: ein sehr sachkundiger Anrufer ließ vom anderen Ende der Leitung derart viele Tipps, Hinweise und Kniffe durch den Hörer sprudeln, dass das Mitschreiben schwierig wurde. Mehrere Zettel mit hastig hingekritzelten Notizen und Stichwörtern waren anschließend auszuwerten.

 

Ein weiteres Telefonat hatte einen weiteren Zettel zum Inhalt, diesmal mit einer simplen Additionsreihe: ein erstes grobes Budget mit runden Tausendern und einer Zahl um "10.000" herum unter dem Strich - damit sollte der DKW, wenn alles klappt, rundherum wieder hinzukriegen sein.

 

Das war ein Drittel der Schätzung aus Norddeutschland!

 

Das wichtigste Ergebnis war aber die entwaffnend einfache Antwort auf meine zusammenfassende Frage, wie ich denn den schönen alten F5 am besten wieder flott bekomme. Zitat (leider ist der Berliner O-Ton unmöglich nachzuahmen): "...na, det müsst-er selber machen!".

 

("müsst-er" ist eine Art entschärfte Höflichkeitsform für "...müssen Sie...")

 Erst ab 1963   war es in der Bundesrepublik vorgeschrieben, dass Autos vorn und hinten (oder an den Längsseiten) Blinkleuchten haben müssen, und ab 1973 war auch eine Warnblinkanlage Pflicht.

 

Der DKW hatte aber nur Winker und keine Blinkleuchten. Spätestens 1965, also ein TÜV-Intervall nach der neuen Vorschrift, verschwanden die Winker von der Bildfläche, denn alles, was über den TÜV wollte, hatte bis dahin umgebaut zu sein.

 

Dieser ganze Firlefanz blieb dem alten DKW erspart: keine Blinker, keine Warnblinkanlage, alles noch hübsch original. Und da er 1961 abgemeldet wurde, ist so gut wie nichts nachgerüstet oder umgebaut worden.

Seit spätestens 1939 nachgerüstete Stoßstange, ab 1947 mit langem Nummernschild und spätestens seit Anfang der 50er mit zeitgenössischen, aber nicht originalen Bosch-Rückleuchten.

Die StVZO von 1936 begnügte sich noch damit, dass es am hinteren Ende eines Autos nur eine einzige Leuchte gab. Die Rückleuchten waren wohl um 1950 herum von der Marke Bosch rechts und links auf einem Rohr "geringinvasiv" nachgerüstet worden. Nicht original ab Werk, aber zeitgenössisch. Nur die Bremsleuchte ist als Einzelstück geblieben, ihre Singularität hat das strenge Auge des TÜV weiterhin geduldet.

 

Weiter lesen mit… "es schlägt 13".

 

 Tagebuch 

                letzte Aktualisierung: 17.08.2019...                                                     Garitz   2019:        seit 20.08.2017 einige Seiten in englischer Sprache (Home, Seite "2017", "Garitz 2017" und "Tienhoven 2017" "Garitz 2019 und Cirencester 2019")                 
 

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